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Zu 2,5 Jahren Haft verurteilt

Drogenkurier mit 34 000 Ecstasy-Pillen erwischt

Foto: Dirk Eikhorst Dragan C. war einmal Fußballprofi in Serbien. Jetzt kann er die nächsten beiden Jahre in der Knastmannschaft spielen

Ein serbischer Lkw-Fahrer und Ex-Fußballprofi ist vor dem Amtsgericht Simmern zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Der Zoll hatte bei ihm fast 34 000 Ecstasy-Tabletten entdeckt.

Der Angeklagte Dragan C. (29) legte vor Gericht ein Geständnis ab. Zu den Hintermännern wollte er aber keine Angaben machen, aus Angst diese könnten ihm oder seiner Lebensgefährtin etwas antun. Diese Weigerung hielt Richter Peter Hüttemann letztlich davon ab, die Strafe auf Bewährung auszusetzen.

Am 4. August 2020 zogen zwei Zollbeamte den Laster zur Kontrolle von der A61 bei Rheinböllen. An Bord: Tonnenweise Kekse, die nach Südosteuropa transportiert werden sollten. Und: 15 Kilogramm Ecstasy-Tabletten.

Diese fanden die Zöllner in einem Staufach des Anhängers – verpackt in drei Einkaufstüten und versteckt unter einem grünen Handtuch. Als die Zollinspektorin das Versteck entdeckte, soll der Angeklagte nur „Nicht meine, nicht meine“ auf Englisch gerufen haben.

Der 29-jährige Serbe wurde sofort festgenommen und sitzt seitdem in der Justizvollzugsanstalt Rohrbach. Er gab vor Gericht an, dass er seit acht Jahren Lkw-Fahrer sei, zuvor habe er als Fußballprofi bei Roter Stern Belgrad gespielt. Wegen einer Verletzung habe er seine Karriere beenden müssen.

Foto: Zoll Rund 34 000 Pillen Ecstasy transportierte der Lkw-Fahrer

Genauso viel Pech hatte er wohl beim Glücksspiel. Der Angeklagte erklärte, dass er rund 5000 Euro Spielschulden habe. Als der Richter wissen wollte, ob er dafür einen Kredit aufgenommen habe, klärte der Rechtsanwalt des Drogenkuriers auf: „Es handelt sich hier nicht um ein legales Casino so wie wir das kennen, er hat von ‚gewissen Herrschaften‘ Geld bekommen.“

Mit den 1500 Euro, die er für den Transport bekommen sollte, wollte er einen Teil der Schulden abbezahlen. Jetzt fürchtet er wegen des Verlusts der Drogen, immerhin 34 000 kleine Pillen mit einem Verkaufswert von rund 250 000 Euro, dass ihm weitere Repressalien drohen.

Dass Dragan C. tiefer in den Drogenhandel verstrickt ist, konnte das Gericht nicht erkennen. Auch ein Zollfahnder sagte als Zeuge aus, dass der Serbe dies in dieser Menge nie habe allein bewerkstelligen können.

Der Lkw-Fahrer gab als letztes Wort zu Protokoll, dass es ihm leidtue und er da hineingeschlittert sei. Richter Hüttemann erklärte dem Angeklagten, dass er sich besser hätte zu seinen Auftraggebern eingelassen: „Es ist verständlich, dass sie Angst haben, aber die Angst endet nicht mit diesem Verfahren. Die Gefahr ist groß, dass man wieder auf Sie zukommen wird.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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