POLITIK
Bürgermeister der Stadt Boppard

Dr. Walter Bersch geht – Jörg Haseneier übernimmt

Boppard Bürgermeister Walter Bersch übergibt an Jörg Haseneier
Foto: Dirk Eikhorst Die feierliche Ernennung, Vereidigung und Einführung ins Amt des Bürgermeisters wurde mit einem Handschlag zwischen Jörg Haseneier (l.) und Dr. Walter Bersch besiegelt

Feierliche Stadtratssitzung in der Bopparder Stadthalle mit einem einzigen Tagesordnungspunkt: die Ernennung, Vereidigung und Einführung von Jörg Haseneier als neuem Bürgermeister der Stadt Boppard. Aber dieser Neuanfang bedeutete auch einen Abschied: Nach 8841 Tagen und drei Amtszeiten wurde Dr. Walter Bersch in den Ruhestand verabschiedet.

Zahlreiche Ehrengäste aus dem Stadtrat, den anderen Verbandsgemeinden, der Landes- und Bundespolitik waren in die Stadthalle gekommen, um den feierlichen Akt mitzuerleben, dem alten Bürgermeister ihren Respekt für seine Leistungen zu zollen und dem neuen Bürgermeister viel Glück bei der vor ihm liegenden Aufgabe zu wünschen.

Seit er am 11. Juli 1997 auf dem Marktplatz vereidigt worden sei, habe er bei 215 Sitzungen des Stadtrates den Vorsitz geführt, ebenso wie in 535 weiteren Ausschusssitzungen, erklärte Bersch: „Das sind 750 Sitzungen insgesamt und die heutige ist die letzte.“

Boppard Bürgermeister Walter Bersch übergibt an Jörg Haseneier
Foto: Dirk Eikhorst Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und der frisch in den Bundestag eingezogene Dr. Marlon Bröhr nahmen auch an der Amtsübergabe teil

Alles hätte seine Zeit und jegliches Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde, habe uns der weise Salomon gelehrt, erklärte der scheidende Bürgermeister, und erinnerte noch einmal daran, dass er schon in seinen beiden ersten Wahlperioden darauf hingewiesen habe, lediglich mit einem Zeitvertrag ausgestattet worden zu sein und sich jeweils um eine Verlängerung habe bemühen müssen. „Diese wurden mir immer gewährt und das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.“

24 Jahre sind eine lange Zeit – und so brauchte Bersch auch eine ganze Weile, um die abgeschlossenen Projekte aus seinen Amtszeiten aufzuzählen. Und es waren nur die wichtigsten: Mit der Einführung des Tourismusbeitrages, dem Verkauf städtischer Wohnungen, 15 Baugebieten, der Neuordnung der Bahnhöfe, der Restaurierung der Kurfürstlichen Burg, der Sanierung des Karmelitergebäudes und dem Mehrgenerationenpark waren es nicht weniger als 54 Punkte auf seiner Liste.

Jörg Haseneier kommentierte diese Lebensleistung in seiner Antrittsrede mit den Worten: „Walter Bersch hat 24 Jahre den Karren gezogen, er hat sich um die Stadt Boppard verdient gemacht. Dafür möchte ich Ihnen danken.“

Nach dem Dank an seine Mitarbeiter, den Stadtrat und den Beiräten verabschiedet sich Dr. Walter Bersch mit einem schlichten „Auf Wiedersehen“ in den Ruhestand. Standing Ovations für den 16. Bopparder Bürgermeister.

Nach der Vereidigung als 17. Bürgermeister der Stadt sagte Jörg Haseneier: „Ich darf im höchsten Amt der Stadt Boppard Verantwortung übernehmen. Ich bin froh, viele Menschen von meiner Person und meinen Visionen überzeugt zu haben. Und ich hoffe, die anderen noch zu gewinnen.“

Er verstand es, dafür mit einer simplen Geste den Grundstein zu legen: Haseneier überreichte Frau Bersch einen Blumenstrauß und wünschte ihr immer sinnvolle Aufgaben für ihren Mann zu finden. „Damit er im Ruhestand nicht zu viel über Politik nachdenkt.“

Boppard Bürgermeister Walter Bersch übergibt an Jörg Haseneier
Foto: Dirk Eikhorst Wird Frau Bersch sinnvolle Aufgaben für den Rentner Walter Bersch finden?

Mit dem neuen Bürgermeister übernimmt die CDU die Macht in Boppard, ein Umstand, den Haseneier angesichts der jahrelangen und fast schon traditionellen Querelen im Stadtrat aber einzuordnen wußte: „Ich bin Christdemokrat und werde diese Überzeugung nicht an der Rathaustür abgeben. Aber ich bin nicht der Bürgermeister der CDU, ich bin Bürgermeister aller Bopparder. Eine gute Idee ist eine gute Idee, egal aus welcher Partei sie kommt.“

Der neue Bürgermeister gab dann auch schon einmal einen Ausblick auf die Ideen, die er für Boppard hat: Die Stadt solle sich modern und innovativ aufstellen, die Bundesgartenschau für touristische Angebote nutzen, schnelles Internet für Bürger und Wirtschaft bereithalten, kluge Wirtschaftsförderung betreiben, bis 2030 klimaneutral werden, für Familien und Kinder lebenswert sein und einen guten ÖPNV inklusive Bürgertaxi vorhalten. Dazu bekräftigte er: „Ich sehe mich als Teamspieler, der die Mannschaftsführerbinde trägt. Nur gemeinsam können wir diese Ziele erreichen“

Dr. Walter Bersch beendete dann den offiziellen Teil seiner 750. und letzten Arbeitssitzung mit den klassischen Worten: Die Sitzung ist geschlossen. Bei dem anschließenden Bürgerempfang bildeten sich lange Schlangen vor Walter Bersch und Jörg Haseneier, die sogar noch ein besonderes Geschenk bekamen:

Boppard Bürgermeister Walter Bersch übergibt an Jörg Haseneier
Foto: Dirk Eikhorst Der 16. und der 17. Bürgermeister der Stadt Boppard erhielten Trikots in den Farben ihrer Parteien
Aktuelle News
  • Hunsrück News - Plus Artikel Letzte Arbeitssitzung nach 8817 Tagen im Amt
    Hunsrück News - Plus Artikel Boppards Bürgermeister Dr. Bersch

    Letzte Arbeitssitzung nach 8817 Tagen im Amt

  • Jörg Haseneier von eigenem Wahlsieg überrascht
    Neuer Bürgermeister von Boppard

    Jörg Haseneier von eigenem Wahlsieg überrascht

Auch interessant
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"