Pressemeldung
Bolivienkleidersammlung

Die Bolivienkleidersammlung stand ganz im Zeichen von Corona

Foto: KJR

Hunsrück – Weniger Jugendliche, weniger fleißige Hände, stellenweise weniger Kleidersäcke, aber dennoch ein guter Verlauf und ein erfolgreicher Abschluss. Der ungewohnt späte Termin und die ausgefallene Sammlung in 2020 wird mit Sicherheit einen Anteil daran haben, war an allen Verladestationen eine diskutierte Vermutung.

„In Kastellaun und in den Dörfern wo wir eingesammelt haben war es definitiv weniger als sonst.
Die Dörfer, die die Säcke selber gebracht haben, haben meines Wissens nach nicht so viele Einbußen gemacht“, berichtet Mara Fieweger.

Sie zählt zum harten Kern bei den Helfern in Kastellaun, den es zum Glück auch nach Corona noch in Kirchberg, Simmern bzw. Rheinböllen gibt. Seit einigen Jahren wird zwischen Simmern und Rheinböllen die Verladestation jahresweise gewechselt. Aus den jeweiligen Dörfern im Umkreis werden die gesammelten Säcke dorthin gebracht. Die Dekanatsjugendrunde macht sich weiterhin für diese Form der Straßensammlung stark. Auch wenn nicht immer genau planbar ist, ob die Fahrzeuge ausreichen, kann doch rasch ausgeholfen werden: So wie für die letzten beiden Transporter in Rheinböllen der LKW von der Verladestation in Stromberg gekommen ist. Bufdi Patrick Pira, der im Einsatz der Fachstelle Jugend tätig ist, lotste ihn vor Ort. Die Organisation erfolgt in enger Abstimmung mit Hermann Bischof von der Firma Striebel, die mit dem Siegel der FairWertung der Partner der Bolivienkleidersammlung im Bistum Trier ist. „Wir hatten einen ganz netten LKW Fahrer der die ganze Zeit mit angepackt hat. Das hat das Aufladen sehr erleichtert.“ , freut sich Daria Thoi, Gemeindereferentin aus Rheinböllen.

Erfreut waren die Organisatoren über die bereitwillige Unterstützung der Bürgermeister  wie z.B. in der ehemaligen Verbandsgemeinde Rheinböllen, die selbstverständlich in der Gemeinde und dem Amtsblatt informierten. Die Bolivien- Kleidersammlung ist eine große Solidaritätsaktion. Sie lebt vom aktiv und beteiligt sein der Jugendlichen. Durch ihren Fleiß und  ihren Einsatz ermöglichen sie eine Veränderung der Lebensbedingungen für andere Jugendliche.

„Daher wäre zu wünschen, dass jede  Gemeinde weiterhin daran interessiert ist, dass sich Kinder und Jugendliche in ihrem Dorf für solche Solidaritätsaktionen engagieren. Sie lernen dabei wie wichtig es ist, aber auch nie einfach, für andere etwas zu bewegen, zu verändern und etwas Gutes zu tun. Das wird sich mit Sicherheit auch auf das Zusammenleben in der Ortsgemeinde aus. Dies kann durch keinen Kleidercontainer ersetzt werden.“, eine Haltung, die am Sammeltag immer wieder vertreten wird. Mit der Bolivienkleider-sammlung ist auch der 2nd Hemd&Hose Markt für die Jugendlichen in Bolivien verbunden, der auf den September 2021 verschoben wurde. 

So mancher vergleicht den Einsatz bei der Kleidersammlung mit dem Besuch in einem Fitnessstudio, einem Wurftraining im Handball oder einem Einblick in die Arbeit einer Fachkraft für Lagerlogistik oder eines LKW Fahrers. Sicherlich hat die Kleidersammlung von allem ein wenig und und sie bringt Jugendliche weiter in ihrer Entwicklung voran. Daher sollte die Region sich auch weiterhin für eine Straßensammlung stark machen. Die zuständigen Hauptamtlichen wie Carsten Kling, Werner Wagner,  Daria Thoi, Renate Steyer und Clemens Fey waren begeistert, wie gut in Corona Zeiten die Verteilung der Säcke aus dem Vorjahr, der Flyer und der Informationen durch die Jugendlichen geklappt hat. „Aktive und ehemalige Messdiener haben ganz rasch auf den Aufruf zum Verteilen der Säcke reagiert und waren auch beim Einsammeln dabei“, berichtet Renate Steyer für die Pfarreiengemeinschaft Simmern.

Aber auch wie bereitwillig sich die Jugendlichen auf die Corona Bedingungen einlassen konnten und dadurch die Belastung für die Einzelnen höher waren, freute die Haupt- und Ehrenamtlichen.

Möglich ist die Aktion nur durch die Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden. Dazu zählt die THW Gruppe, die in verschiedenen Dörfern sammelt, aber auch die Feuerwehr in Rheinböllen, die mithilft. Aber auch für die Verpflegung, die die Malteser für Kirchberg oder die Pfadfinder in Rheinböllen sicherstellen.

Coronakonform musste alles extra verpackt werden und statt einer warmen Mahlzeit gab es Lunchpakete.

Für die alten Hasen wäre noch mal ein traditioneller Erbseneintopf für 2022 wünschenswert, während die Jugendlichen lieber Nudeln mit Saucen zur Auswahl haben. Hier haben Low Carb, Regionalität und Nährwert noch keinen Einzug gehalten. Gerade bei den Fahrern und den beteiligten Unternehmen kann seit Jahren auf viel Erfahrung und Zuverlässigkeit gebaut werden. Dafür sind die Organisatoren extrem dankbar.

Es zeigt sich aber auch, dass es schwieriger war, die Jüngeren zur Mitwirkung zu gewinnen. Die Firmvorbereitung war in 2020 coronabedingt nicht so intensiv und persönlich, es fehlen die positiven Erfahrungen einer Bolivienkleidersammlung und anderer Aktionen. Nun ist es viel schwieriger, sie wieder zu mehr Engagement zu aktivieren. Während die Jugendlichen, die sich auf die Firmung noch vorbereiten wie in Emmeslhausen, mit Elan dabei waren. „Wir hoffen, das die Aktion auch in den nächsten Jahren wieder möglich ist.“, hofft Daria Thoi.  

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