Bundestagswahl-KandidatenPOLITIK
Ich will in den Bundestag, weil …

Detlef Barsuhn (Volt)

Foto: Volt

Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt: Für den Wahlkreis 200 Mosel/Rhein-Hunsrück, zu dem der Landkreis Cochem-Zell, der Rhein-Hunsrück-Kreis und Teile des Landkreises Bernkastel-Wittlich gehören, bewerben sich zehn Kandidaten für das Direktmandat. Insgesamt rund 185 000 Menschen sind aufgerufen, mit ihrer Erststimme über den Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis zu entscheiden. Hunsrück News stellt die Bewerber vor …

STECKBRIEF

  • Name: Detlef Barsuhn
  • Alter: 68
  • Geburtsort: Duisburg
  • Erlernter Beruf: Dipl.-Ing. Maschinenbau
  • Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
  • In Politik und Partei seit: 2019
  • Bisher höchste politische Funktion: Bundestagskandidat

Ich will Bundestagsabgeordneter werden, weil …

Detlef Barsuhn: „… der Rechtsruck in einigen europäischen Ländern sowie die Gefahr, dass die Europäische Union auseinanderbricht (Brexit-Referendum), mich dazu bewogen haben, eine Partei zu unterstützen, die genau das verhindern will und hauptsächlich aus diesem Grund gegründet wurde – Volt. Im Bundestag möchte ich diese Ziele weiterverfolgen.“

In Berlin will ich mich für diese drei lokalen Themen besonders einsetzen:

Detlef Barsuhn: „Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Bereich. Das bedeutet auch, dass ältere Menschen in ihrem Wohnort versorgt werden können. Die Versorgung muss im Allgemeinen und im Notfall gesichert sein. Das Schließen von Kliniken in Rheinland-Pfalz muss vermieden werden.

Der digitale Ausbau im ländlichen Raum muss vorangetrieben werden. Ich komme selbst aus dem kleinen Örtchen Mörsdorf und erlebe tagtäglich, was das Verschlafen des Infrastrukturausbaus in Bezug auf Internet für viele Menschen im Alltag bedeutet. Deshalb setze ich mich für schnelles und flächendeckendes Internet und flächendeckende Mobilfunkversorgung ein.

Die Mobilität im ländlichen Raum sowie der öffentliche Nahverkehr müssen gefördert und verbessert werden. Die Straßen müssen ausgebaut werden (Beispiel Landesstraße 205).“

Die Hunsrück Klinik fordert eine weitergehende finanzielle Unterstützung ihrer Geburtsstation durch die öffentliche Hand. Ist das gerechtfertigt?

Detlef Barsuhn: „Ja, das ist gerechtfertigt. Im ländlichen Raum ist es schwierig bis unmöglich, eine Geburtenstation kostendeckend zu führen. Volt steht aber unmissverständlich für eine Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Daher ist eine Unterstützung durch die öffentliche Hand gerechtfertigt.“

Der Flughafen Hahn soll nach der Insolvenz des chinesischen Mutterkonzerns HNA Group an einen neuen Investor gehen. Wie sehen Sie die Zukunft des Airports?

Detlef Barsuhn: „Im Prinzip ist nichts dagegen einzuwenden, dass nach einer Insolvenz ein neuer Investor den Flughafen übernimmt. Volt ist jedoch allgemein dagegen, dass ein umweltunfreundlicher Flugverkehr steuerlich gefördert wird.“ 

Viele im Hunsrück beklagen die hohe Zahl an Windrädern, jetzt boomen hier die Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Wann hat die Region genug für den Wandel zu erneuerbaren Energien getan?

Detlef Barsuhn: „Die Installation von Windrädern ist im Hunsrück zu einem Wildwuchs geworden. Im Prinzip ist ein Plan mit allen möglichen erneuerbaren Energien erforderlich. Es sollten auch noch Gebiete ohne Windräder geben. Volt unterstützt vor allem Photovoltaikanlagen auf möglichst allen Neubauten und den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Photovoltaikanlagen brauchen ein Sechstel der Fläche von Windparks, um die gleiche Menge an Strom zu erzeugen, und ein Maisfeld für Biogas braucht noch einmal die fünffache Fläche wie ein Windpark. 

Volt setzt sich für das Einhalten des Pariser Klimaabkommens ein und sieht keinen alternativen Weg, der sinnvoll wäre, um an dem massiven Ausbau von Photovoltaikanlagen herumzukommen. Volt begrüßt es, dass der Ausbau von erneuerbaren Energien Geld und gut bezahlte Jobs in den Hunsrück bringt. In meinem Dorf (Mörsdorf) hat Windkraft ein Tourismus-Projekt finanziert. Mörsdorf ist mit seiner Hängeseilbrücke Geierlay – mit 360 Metern die längste Hängeseilbrücke in Deutschland – zu einem Touristenmagnet geworden.“

Klimaschutz bedeutet Einschränkung des Individualverkehrs. Gleichzeitig fahren leere Busse durch den Rhein-Hunsrück-Kreis. Wie kann die Attraktivität des ÖPNV gesteigert werden?

Detlef Barsuhn: „Die Busverbindungen haben sich in einigen Gebieten im Hunsrück etwas verbessert. Viele Bevölkerungsgruppen mussten sich jedoch in der Vergangenheit auf fehlende Busverbindungen einstellen und erhalten jetzt ein unzureichendes Angebot. Die Busse fahren nicht einmal stündlich. Arzttermine können per Busfahrt kaum eingehalten werden. Auf die Rückfahrt muss man teils mehrere Stunden warten.

Die Attraktivität kann man steigern, indem man günstige Tickets anbietet, z.B. für ältere Leute oder Kinder oder auch für alle. An Zeiten, an denen die Busse meist leer sind, könnte man auch kostenlose Fahrten anbieten – wäre ja kein Verlust. Allerdings ist sogar ein kostenloser Bus, der unregelmäßig oder in zu großen Zeitabständen fährt, nicht sonderlich attraktiv. Deswegen setzt sich Volt für eine Verbesserung der Taktung, das Angebot von „Anruftaxi“-Bussen auf selten befahrenen Strecken und bessere Möglichkeiten, Bus und Fahrrad zu verbinden, ein.

Um das Fahrrad einzusetzen, benötigt man auch Busse, die eine Alternative bei schlechtem Wetter sind. Wenn sichere Fahrradwege vorhanden sind, kann man bei einer schlechten Busverbindung auch zum Nachbardorf fahren. Fahrrad und ÖPNV können sich gut ergänzen. Mit dem Rad kann man schnell zu und von der Haltestelle kommen. Indem wir Fahrradwege, Fahrradständer, Leihrad-Netze und die Möglichkeit, in Bussen Fahrräder mitzunehmen, ausbauen, machen wir das Busfahren attraktiver.“

Die vierte Corona-Welle wird vor allem Kinder und Ungeimpfte treffen. Welche Strategie würden Sie zur Eindämmung der Pandemie in Bezug auf beide Gruppen verfolgen?

Detlef Barsuhn: „Volt will einen Impfzwang möglichst vermeiden. In dem Fall müssten jedoch vor allem Kinder und
natürlich auch Geimpfte geschützt werden. Unsere Strategie: In Berufen mit regelmäßigem, direktem Menschenkontakt (vor allem mit Kindern und Pflegebedürftigen) muss es auch einen Impfzwang geben. Arbeitgeber müssen das Recht haben, Auskunft über den Impfstatus ihrer Arbeiter und Angestellten zu bekommen. Jeder Veranstalter muss das Recht haben, einen Impfausweis zu verlangen.“

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