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Das sind die Gründe für die stockende Impfkampagne

Die bundesweite Impfwoche ist am Sonntag zu Ende gegangen – mit niedrigschwelligen Angeboten sollten noch möglichst viele Menschen dazu bewogen werden, sich gegen das Corona-Virus immunisieren zu lassen. Und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wertete die Aktion als vollen Erfolg. Rund 500 000 Impfungen seien in der vergangenen Woche erfolgt. Die Hälfte davon führt Spahn laut Funke-Medien auf die Impfwoche zurück.

Im Rhein-Hunsrück-Kreis haben sich in der vergangenen Woche tatsächlich rund 300 Menschen mehr für eine Impfung entschieden als im gleichen Zeitraum zuvor. Die Zahl steig von rund 500 auf 817. Dennoch: Dieser Wert entspricht ungefähr dem Anfang der Kampagne, als der Impfstoff noch knapp war. Wie ist das Stocken der Impfkampagne zu erklären und wie können Skeptiker noch erreicht werden?

Unter dem Motto „Hier wird geimpft“ wurden rund 1000 Möglichkeiten zur Impfung angeboten: „Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller“, sagte Bundeskanzelrin Angela Merkel (CDU) zum Start der Impfwoche. Das Aufsuchen der Menschen sei eine gute Idee, wie die Psychologin Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt, findet: „Aber es muss kombiniert werden mit guter Aufklärung, mit aktiver Aufklärung.“ 

Die Psychologin hat mit einer Studie erforscht, wie sich die Gruppe der noch nicht geimpften Menschen bezüglich ihrer Impfbereitschaft zusammensetzt:

Grafik Ungeimpfte
Universität Erfurt Grafik Ungeimpfte

Im Rahmen der Studie wurden rund 950 Menschen befragt, von denen 783 angaben, mindestens einmal geimpft zu sein, was einer Quote von 82,3 Prozent entspricht. Das spiegelt nicht die derzeitigen Verhältnisse komplett wider, könnte aber auch ein Anzeichen dafür sein, dass die restlichen Gruppen um einige Prozentpunkte größer sind.


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Die Studie teilt die Ungeimpften in mehrere Gruppen, von denen die Impfbereiten etwa ein Viertel ausmachen, nochmal ein Viertel sind Unsichere oder Zögerliche. Und dann gibt es die Impfverweigerer, die etwa die Hälfte der Ungeimpften ausmachen.

„Unter diesen Ungeimpften sehen wir vor allem viele Frauen, natürlich Jüngere, was klar ist, denn die können noch nicht so lange impfen, aber auch Menschen mit Kindern, Menschen mit niedrigerer Bildung und Menschen, die niemanden kennen, die oder der schon COVID hatte, also die das Risiko vielleicht nicht so wahrnehmen“, sagte Betsch bei einer Veranstaltung des Science Media Centers.

Die Unsicheren würden dazu neigen abzuwarten, bis andere sich impfen lassen, eventuell verhedderten sie sich auch im Info-Dschungel und „wissen sich so richtig, ob die Impfung sicher ist“, erklärte Betsch. Entscheidend bei dieser Gruppe sei aber die Unterschätzung des Risikos und das Zögern, weil man nicht genau wisse, ob die Impfung jetzt noch nötig sei, damit alle aus der Pandemie herauskommen.

„Bei dieser Gruppe wird also dieses aufsuchende Impfen sicherlich allein nicht reichen, sondern wir brauchen vor allem nochmal Informationen über den individuellen und sozialen Nutzen und, dass es zeitlich dringlich ist, dass wir jetzt entscheiden, wie es im Herbst weitergeht“, sagte die Wissenschaftlerin.

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