POLITIK
Deutlicher Sieg gegen Andreas Nikolay

CDU-Nominierung: Christian Klein soll Landrat werden

Rückzug von Rita Lanius-Heck sorgt für Verärgerung

Dr. Christian Klein beim CDU-Kreisparteitag
Foto: Dirk Eikhorst Dr. Christian Klein hielt eine mitreißende Rede beim CDU-Kreisparteitag

Die erste Personalie im Rennen um das Landratsamt ist entschieden: Nachdem Dr. Marlon Bröhr in den Bundestag wechselt, muss voraussichtlich am 16. Januar ein neuer Landrat gewählt werden – dazu hat jetzt die CDU im Rhein-Hunsrück-Kreis Dr. Christian Klein (34) aus Rheinböllen auserkoren. Er konnte sich mit 137 zu 34 Stimmen gegen seinen Mitbewerber Dr. Andreas Nikolay durchsetzen.

Das Kastellauner „Tivoli“ war unter Coronabedingungen restlos gefüllt: 173 stimmberechtigte CDU-Mitglieder waren dem Ruf zum CDU-Kreisparteitag gefolgt. Neben der Wahl von Delegierten für unter anderem den Landesparteitag und den Bezirksparteitag stand auch eine kritische Analyse der Landtags- und Bundestagswahlen auf der Tagesordnung.

Marlon Bröhr hatte den Wahlkreis 200 zwar mit deutlichem Vorsprung vor Michael Maurer (SPD) gewonnen, aber rund zehn Prozent der Erststimmen im Vergleich zur letzten Wahl eingebüßt. Und das Ergebnis bei den Zweitstimmen sah noch düsterer aus.

Der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Tobias Vogt erklärte, dass man im Vorstand übereingekommen sei, dass klarere Botschaften und eine personelle Neuausrichtung nötig seien. Auch eine zielgruppengerechtere Ansprache mit „größeren Bildern und Schriften“ sei wichtig.

Die mit Spannung erwartete Nominierung des Landratskandidaten wurde aber kurz vor dem Parteitag von einem Dreikampf zu einem Duell: Rita Lanius-Heck, die Erste Beigeordnete und bis zur Wahl Vertreterin des Landrats, erklärte ihren Rückzug und will nun als unabhängige Kandidatin antreten.

Tobias Vogt: „Wir haben mit allen drei Bewerbern Gespräche geführt, einzeln und gemeinsam. Leider hat sich eine gestern entschieden, nicht zu ihrem Wort zu stehen und eigenmächtig zu kandidieren.“ Es stünden jetzt zwei aufrichtige und mutige Kandidaten zur Wahl und man werde sich geschlossen hinter dem Gewinner versammeln.

Dann hatten die beiden Kandidaten Gelegenheit sich als Person und Politiker sowie ihre Visionen vorzustellen. Dabei verstand es der 34-jährige Dr. Christian Klein besser, den Saal mitzureißen. Er hielt eine emotionale Rede, die Hunsrück News hier wieder wiedergibt:

Dr. Andreas Nikolay hatte es schwer, den Schwung seines Mitbewerbers mitzunehmen. Er machte mit beachtlichen Zahlen und Beispielen aber deutlich, dass er in zwölf Jahren als Simmerner Bürgermeister die nötige Erfahrung für das Amt des Landrats gesammelt habe. Auch seine Rede gibt Hunsrück News hier wieder:

Das Ergebnis der Wahl war eindeutig und wurde mit langanhaltendem Beifall quittiert: Mit 137 zu 34 Stimmen setzte sich Klein gegen Nikolay durch. Der Unterlegene zeigte mit seinen herzlichen Glückwünschen, dass er seine Worte aus der Bewerbungsrede auch so meinte: „Am Ende unterstützen wir denjenigen, der unser Kandidat ist.“

CDU-Kreisparteitag Auszählung
Foto: Dirk Eikhorst Insgesamt neun Wahlgänge mussten ausgezählt werden

Die Landratswahl soll voraussichtlich am 16. Januar 2022 stattfinden, eine Entscheidung darüber – die noch von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abgesegnet werden muss – will der Kreistag am 25. Oktober fällen. Gegen wen Dr. Christian Klein antreten muss, ist bis auf die Kandidatur von Rita Lanius-Heck noch offen. Die SPD will noch beraten, wie eine Nominierung erfolgen soll, die Grünen sind noch nicht sicher, ob sie überhaupt einen Kandidaten aufstellen werden.

Gleichzeitig mit der Landratswahl wird auch die Wahl zum Verbandsbürgermeister in Kastellaun stattfinden: Der Amtsinhaber Christian Keimer hat bereits angedeutet, dass er wieder kandidieren will. Er führte übrigens als Versammlungsleiter auch durch den Parteitag und verstand es, die acht Wahlgänge, die neben der Nominierung des Landrates zur Nebensache wurden, kurzweilig zu halten.

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Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Dr. Klein habe 134 Stimmen auf sich vereinen können, tatsächlich waren es 137.

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