Bundestagswahl-KandidatenPOLITIK
Ich will in den Bundestag, weil …

Carina Konrad (FDP)

Carina Konrad (FDP)
Foto: privat

Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt: Für den Wahlkreis 200 Mosel/Rhein-Hunsrück, zu dem der Landkreis Cochem-Zell, der Rhein-Hunsrück-Kreis und Teile des Landkreises Bernkastel-Wittlich gehören, bewerben sich zehn Kandidaten für das Direktmandat. Insgesamt rund 185 000 Menschen sind aufgerufen, mit ihrer Erststimme über den Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis zu entscheiden. Hunsrück News stellt die Bewerber vor …

STECKBRIEF


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  • Name: Carina Konrad
  • Alter: 38
  • Geburtsort: Simmern
  • Erlernter Beruf: Diplom-Agraringenieurin
  • Familienstand: verheiratet, 3 Kinder
  • In Politik und Partei seit: 2015
  • Bisher höchste politische Funktion: MdB, stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Ernährung u. Landwirtschaft des Deutschen Bundestages

Ich will Bundestagsabgeordneter werden, weil …

Carina Konrad: „…ich an der dringend notwendigen Modernisierung unseres Landes mitarbeiten will. Die Krise hat gezeigt, dass Deutschland unterdigitalisiert und überbürokratisiert ist. Als Freie Demokratin will ich dazu beitragen, dass sozialer Aufstieg durch gute Bildung ermöglicht wird, dass wir Klimaschutz nicht mit Verbotspolitik, sondern durch Technologieoffenheit erreichen, und dass wir Wachstum schaffen durch weniger Bürokratie und eine geringere Steuerbelastung. Nur so können wir gestärkt aus der Krise kommen.“

In Berlin will ich mich für diese drei lokalen Themen besonders einsetzen:

Carina Konrad: „1. Bildung: Bildung ist die wichtigste Voraussetzung, um im Leben voranzukommen. Erneute Schulschließungen müssen wir verhindern. Außerdem brauchen unsere Schulen eine bessere Ausstattung.

2. Digitalisierung: Wir wollen die Digitalisierung vorantreiben, um den Menschen das Leben zu erleichtern und die Attraktivität des ländlichen Raums als Arbeits- und Lebensmittelpunkt zu erhöhen.

3. Wirtschaft: Um schnell wieder auf Wachstumskurs zu kommen, braucht unsere Wirtschaft jetzt Unterstützung. Wir setzen auf Entlastung, um neue Investitionen anzustoßen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.“

Die Hunsrück Klinik fordert eine weitergehende finanzielle Unterstützung ihrer Geburtsstation durch die öffentliche Hand. Ist das gerechtfertigt?

Carina Konrad: „Dass der Erhalt von Geburtsstationen im ländlichen Raum zu einer kommunalen Verantwortung geworden ist, lässt sich auf eine falsche Bundesgesetzgebung zurückführen. Unsere Geburtsstationen sind seit Jahren unterfinanziert, weil das CDU-geführte Gesundheitsministerium in Berlin die Krankenhäuser kaputtspart. Nur weil der Bund derartig versagt hat, müssen jetzt die Kommunen einspringen, um zu retten, was noch zu retten ist.

Das zu ändern, wird nach der Wahl eine der großen Aufgaben der neuen Bundesregierung sein. Wie wichtig es ist, eine Geburtsstation in der Nähe des Wohnorts zu haben, wird jede Mutter bestätigen. Wer in den Wehen liegt, will nicht etliche Kilometer fahren müssen.“

Der Flughafen Hahn soll nach der Insolvenz des chinesischen Mutterkonzerns HNA Group an einen neuen Investor gehen. Wie sehen Sie die Zukunft des Airports?

Carina Konrad: „Was aus dem Hahn wird, ist keine politische, sondern eine privatwirtschaftliche Frage. Für die regionale Wirtschaft ist der Flughafen Hahn von großer Bedeutung, weil direkt und indirekt viele Arbeitsplätze von seinem Fortbestand abhängen. Aufgabe der Politik ist es, die Wettbewerbsnachteile gegenüber Flughäfen in Benelux zu beseitigen, die z. B. durch Regularien wie die Luftverkehrsabgabe entstanden sind.“

Viele im Hunsrück beklagen die hohe Zahl an Windrädern, jetzt boomen hier die Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Wann hat die Region genug für den Wandel zu erneuerbaren Energien getan?

Carina Konrad: „Die zunehmende Zahl der Kommunen im Rhein-Hunsrück-Kreis, die auf Ackerflächen Photovoltaik-Anlagen installieren, sehe ich als Agraringenieurin mit Sorge. Fruchtbare Ackerfläche ist wertvoll, weil die landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland immer kleiner wird und wir die Ernährung einer rapide wachsenden Weltbevölkerung sichern müssen.

Beträchtliche Anteile der Ernten fallen zudem Extremwetterereignissen zum Opfer, die sich in Folge des Klimawandels leider häufen. Wenn wir ungeachtet all dessen trotzdem Ackerfläche opfern, um Solarstrom zu erzeugen, erhöht das den ​Druck auf die Kauf- und Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen. Freiflächen-Solaranlagen gehören nicht auf wertvolle Ackerflächen. Stattdessen können sogenannte Agri-Photovoltaikanlagen eine Chance sein, ackerbauliche Nutzung und Stromerzeugung gleichzeitig zu ermöglichen. Hierfür müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen angepasst werden.“

Klimaschutz bedeutet Einschränkung des Individualverkehrs. Gleichzeitig fahren leere Busse durch den Rhein-Hunsrück-Kreis. Wie kann die Attraktivität des ÖPNV gesteigert werden?

Carina Konrad: „Der Individualverkehr ist Lebensader des ländlichen Raums. Er muss nicht zwingend eingeschränkt werden, um das Klima zu schützen. Um klimafreundlicher mobil zu bleiben, gibt es andere Möglichkeiten wie E-Mobilität oder E-Fuels, die nicht Berge von Abwrack-Fahrzeugen produzieren. Um die Attraktivität des ländlichen Raums gerade für junge Menschen zu erhalten, ist es wichtig, dass sie mobil sind. Wir wollen deshalb das Mindestalter für den Pkw-Führerschein senken und begleitetes Fahren schon ab 16 Jahren ermöglichen.“

Die vierte Corona-Welle wird vor allem Kinder und Ungeimpfte treffen. Welche Strategie würden Sie zur Eindämmung der Pandemie in Bezug auf beide Gruppen verfolgen?

Carina Konrad: „Jeder Erwachsene hat das Recht, sich gegen die Impfung zu entscheiden und damit die Risiken, die mit einer Infektion einhergehen, für sich zu akzeptieren. Bei Kindern verhält sich das anders, weil für unter 12-Jährige bislang kein Impfstoff zugelassen ist. Sie müssen wir schützen, indem wir z. B. Luftfilteranlagen in jedem Klassenraum installieren, die Viren aus der Luft filtern und so das Ansteckungsrisiko minimieren. Als FDP-Fraktion haben wir genau das übrigens im Kreistag beantragt, um Präsenzunterricht zu sichern und jedem Kind sein Recht auf Bildung zu gewähren. CDU und Grüne haben unseren Antrag allerdings abgelehnt.“

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