POLITIK
Zwist mit Kassenärztlicher Vereinigung

Bürgermeister Keimer: „Das war arrogant und überheblich“

Dr. Peter Heinz Christian Keimer
Foto: KV RLP / privat Die Antwort von Dr. Peter Heinz (l.) fand Verbandsbürgermeister Christian Keimer nicht ausreichend

Verbandsbürgermeister Christian Keimer machte seinem Ärger bei der letzten Ratssitzung Luft: Er hatte der Kassenärztlichen Vereinigung einen Brandbrief geschrieben, weil diese den Bereitschaftsdienst in Emmelshausen „umorganisiert“ hatte. Es war die Antwort, die seinen Zorn erregte.

Anfang August schrieb Christian Keimer an den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz: „Seit der Reform der Ärztlichen Bereitschaftsdienstzentralen […] ist es auch in der Verbandsgemeinde Kastellaun zu einer deutlichen Verschlechterung der nächtlichen ärztlichen Versorgung gekommen.“

Keimer führt an, dass sich dies sowohl auf die Erreichbarkeit der Bereitschaft über die Notfallnummer 116 117 als auch auf die niederschwellige Versorgung der Bürger durch die nächtliche Schließung des Standortes Emmelshausen beziehe.

„Es handelt sich um eine radikale Änderung der Öffnungszeiten“, erklärt Keimer in dem Schreiben und äußerte die Befürchtung, dass dies letztlich dazu führen würde, dass die ohnehin schon an der Grenze der Belastbarkeit arbeitenden Notaufnahmen der Krankenhäuser von noch mehr Menschen ohne echten Notfall angefahren würden.

Er forderte den Vorstandsvorsitzenden auf, dem „gesetzlichen Auftrag – die Sicherstellung der flächendeckenden ambulanten Versorgung – adäquat nachzukommen“ und die Öffnungszeiten in Emmelshausen wieder auf den alten Stand zu bringen.

Bereits im Juli hatte der Verbandsgemeinderat Hunsrück-Mittelrhein ein ähnlich lautende Resolution verfasst und Landrat Dr. Marlon Bröhr hatte nach einem Anstoß Keimers sich ebenfalls an die Kassenärztliche Vereinigung gewandt.

In der jüngsten Sitzung der Kastellauner Räte erregte sich Bürgermeister Christian Keimer: „Die Antwort, die ich bekommen habe, war recht arrogant und überheblich.“

Dr. Peter Heinz habe ihm geantwortet, dass mit einer Teilnahme an der Informationsveranstaltung der KV am 30. April die meisten seiner Bedenken hätten ausgeräumt werden können. „Nur wusste ich nichts von diesem Termin“, sagte Keimer, „mir zu erklären, wenn ich mich informiert hätte, dann würde ich wissen, wie gut die Reform ist, das ist nicht ausreichend.“


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Keimer übersetzte die Botschaft des KV-Vorsitzenden etwas nonchalant: „Bist du zu blöd es zu verstehen, was wir machen, ist eine Verbesserung.“ Er stellte klar: „Das sehe ich nicht so.“

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