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Warnstreik seit 6 Uhr in Rheinböllen

Bei Conti stehen die Bänder 24 Stunden still

Warnstreik Conti Rheinböllen
Foto: Lukas Bläsius Die IG Metall hatte am Morgen einen Streikposten vor den Werkstoren von Continental Rheinböllen aufgebaut

Erst kurzer Warnstreik, dann Autokorso, zuletzt Staffellauf und Menschenkette: Jetzt hat die IG Metall die Produktion bei Continental in Rheinböllen für einen ganzen Tag lahmgelegt. Seit 6 Uhr herrscht Stille in den Werkshallen. Mit dieser Machtdemonstration geht die Gewerkschaft in die Verhandlungen um den von Konzernseite geplanten, massiven Stellenabbau.

„Nur wenige Conti-Kollegen sind zur Frühschicht erschienen“, erklärte Lukas Bläsius von der IG Metall, der vor den Werkstoren einen Streikposten aufgebaut hatte, „hier wird heute nicht produziert.“ Zuvor hatte sich die Gewerkschaft der Zustimmung zu dem 24-stündigen Ausstand versichert, über 300 Mitarbeiter votierten bei einer informellen Abstimmung mit Ja.

Entgegen den früheren Aktionen, bei denen die Mitarbeiter mit Sirenen und Rauch für mächtiges Spektakel vor den Werkstoren gesorgt hatten, bei denen sie mit einem Autokorso die Stadt Simmern lahmgelegt hatten, bei denen mit einer Menschenkette der Betrieb symbolisch eingeschlossen worden war, bleibt diesmal alles ruhig.


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Warnstreik Conti Rheinböllen
Foto: Ingo Petzold Informelle Abstimmung über den 24-Stunden-Streik: Nur wenige sprachen sich dagegen aus

„Arbeitskampf geht auch mit Abstand“, erklärte Uwe Zabel von der IG Metall Bezirksleitung Mitte. „Die Arbeiter bleiben daheim, können sich um ihre Familien kümmern.“ Zusammen mit dem Wochenende ruhe der Betrieb dann drei Tage lang.

Am Freitag und Samstag treffen die Arbeitnehmervertreter mit den Verhandlungsführern des Konzerns in Frankfurt zusammen: Dann geht es um 308 von rund 600 Arbeitsplätzen, die der Konzern streichen will. Dann geht es um einen Sozialtarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen verhindern soll. Dann geht es um eine Zukunftssicherung für das Werk, um Investitionen.

Uwe Zabel erklärte, dass man mit diesem 24-Stunden-Streik auch einen unbefristeten Arbeitskampf verhindern wolle. Der Konzernseite solle noch einmal verdeutlicht werden, dass die Belegschaft zusammen mit der Gewerkschaft beides könne: „Kompromiss aber auch Kampf.“

Welche Auswirkungen ein solcher unbefristeter Streik haben könnte, machte Dieter Bast, Betriebsrat bei Continental Rheinböllen, deutlich: Die im Werk produzierten Bremsen würden bei zahlreichen Autoherstellern benötigt, in den Produktionshallen von „BMW, Mercedes, Volvo, Jaguar, Fiat, Porsche und VW“.

„Wenn das Werk in Rheinböllen steht, dann schlägt sich das in wenigen Tagen auf die Automobilindustrie durch“, erklärte Uwe Zabel, weil es für die Teile der Zulieferer keine Lagerhaltung mehr gebe. Geliefert werde genau zu dem Zeitpunkt, wenn die Teile benötigt werden. Dann komme auch dort die Produktion zum Erliegen.

Sollte es am Wochenende zu keiner Lösung kommen, könne bereits am 3. Mai die Urabstimmung über den unbefristeten Streik stattfinden. Drei Tage später wäre der Laden dann auf unbestimmte Zeit dicht

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