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Kriminalstatistik der Polizei Simmern

Auch die Verbrecher waren 2020 im Corona-Lockdown

Tankstellenraub in Kastellaun
Foto: Dirk Eikhorst Auch der Tankstellenraub in Kastellaun vom 16. November 2020 floss in die Statistik ein

2020 ist die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Simmern um 17 Prozent gesunken. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote um 1,2 Punkte auf 71,6 Prozent gesteigert werden.

„Hiermit setzt sich der rückläufige Trend bei den registrierten Straftaten weiter fort. Allerdings dürfte dieser starke Rückgang in diesem Jahr überwiegend auf die einschränkenden Maßnahmen während der Pandemie und die geringere Mobilität der Menschen zurückzuführen sein“, meint Marko Gastes, der Leiter der Polizeiinspektion Simmern.


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Die Polizei verzeichnete genau 2324 Straftaten, zu denen 1412 Tatverdächtige ermittelt werden konnten. Unter diesen Verdächtigen waren 92 Jugendliche (2019: 133) und 107 Heranwachsende (18 – 21 Jahre, 2019: 174).

Gastes erklärt: „Der festgestellte starke Rückgang bei den Jugendlichen um 30 Prozent und bei den Heranwachsenden um 38 Prozent dürfte vorrangig in den Schließungen der Gastronomiebetriebe und der Discotheken begründet sein, die zur Einschränkung der Freizeitaktivitäten samt Folgeerscheinungen führten.“

Dass die unter Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit verbuchten Verbrechen um 14 Prozent zurückgingen, nannte die Polizei erfreulich. Das heißt: Körperverletzungen nahmen um sieben Prozent auf 219 Fälle ab, gefährliche Körperverletzungen im öffentlichen Raum gingen um fünf auf 17 Taten zurück.

Straftaten gegen das Leben waren mit vier Fällen weiter auf geringem Niveau. Bei drei Taten blieb es im Versuchsstadium, bei denen drei Täter ermittelt werden konnten.

Aber auch das brachte die Pandemie: „Gemeinsam mit den Ordnungsämtern haben letztes Jahr viele Kontrollen auch zur Einhaltung der Corona-Regeln im öffentlichen Raum stattgefunden. Ein Schwerpunkt lag im Herbst auf der Stadt Kastellaun. Diese Maßnahmen dürften neben den einschränkenden Regelungen auch zur Reduzierung der Straßenkriminaliät beigetragen haben“, ist sich Gebhard Petry sicher. Er ist Leiter des Kriminal- und Bezirksdienstes sowie stellvertretender Leiter der PI Simmern.

Ebenfalls zurückgegangen sind die einfachen Diebstähle (-35 Prozent, 308 Fälle), die Ladendiebstähle (-20 Prozent, 74 Taten) und die Taschendiebstähle (-70 Prozent, 14 Fälle). „Die Ursachen hierfür dürften überwiegend die Kontaktreduzierungen und die Schließungen des Einzelhandels sein.“ Und weil alle immer zu Hause blieben, gingen auch die Zahlen der Wohnungseinbrüche weiter nach unten.

Ein gegenläufiger Trend zeichnete sich bei der Internetkriminalität ab. Nach einem leichten Rückgang im Jahr 2019 stieg die Zahl der Taten um 68 auf 175 – ein deutlicher Anstieg von 63,5 Prozent.

„Es lässt sich festhalten, dass das Dienstgebiet der Polizeiinspektion Simmern weiterhin zu den sichersten in Rheinland-Pfalz gehört“, stellte Marko Gastes fest.

Die Häufigkeitsziffer – das ist die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner – lag im Gebiet der PI Simmern bei 3724. In Rheinland-Pfalz liegt sie bei 5626, der Anteil der aufgeklärten Fälle landesweit bei 66,2 Prozent.

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