POLITIK
Stadtrat berät zum Neubau am Simmerbach

Architekt von Danwitz: „Dann bin ich raus“

Architekt Konrad von Danwitz plant einen Neubau am Simmerbach
Foto: Dirk Eikhorst Architekt Konrad von Danwitz plant einen Neubau am Simmerbach

Noch ist kein Spatenstich gesetzt und der geplante Neubau von Architekt Konrad von Danwitz am Simmerbach reißt schon tiefe Gräben in die Stadt. Die Fraktionen streiten in Bauausschuss und Stadtrat, einige Bürger machen mit einer Petition mobil …

Ausdehnung des Baukörpers, Höhe des Dachfirstes und Abstand zur Bachkante: Bürgermeister Dr. Andreas Nikolay will im Stadtrat über überarbeitete Richtwerte zur Bebauung des Areals am Simmerbach abstimmen lassen. Architekt von Danwitz, der dort den Neubau von 24 Wohnungen plant, machte im Gespräch mit Hunsrück News deutlich, was er von diesen Vorgaben hält.

In der Beschlussvorlage zu Tagesordnungspunkt drei heißt es unter anderem: „Vor dem Hintergrund der städtebaulichen Entwicklungsziele und der von der Stadt Simmern gewünschten Belebung der Innenstadt durch mehr Wohnraum, ist festzustellen, dass eine bauliche Ausnutzung der vorhandenen Innenentwicklungspotentiale dem grundsätzlichen Willen der Stadt Simmern entspricht.“

Es heißt darin aber auch: „Weiter muss festgestellt werden, dass diese Form der Innenbereichsnachverdichtung mit den anderen Entwicklungszielen der Stadt Simmern verträglich sein muss.“ Aus diesem Grund empfiehlt die Verwaltung, einige Eckpunkte als Planungsgrundlage für den Bebauungsplan festzulegen.

Diese sehen unter anderem vor, dass die Höhe des Dachfirstes höchsten 13,5 Meter betragen darf, dass der Abstand zur Bachkante mindestens zehn Meter betragen muss und dass der gesamte Baukörper höchsten 50 Meter (+/- zehn Prozent) breit sein darf. Der Architekt plant derzeit mit 75 Metern.

Gegenüber Hunsrück News sagte Konrad von Danwitz, dass er diese abgespeckte Variante unmöglich realisieren könne. „Sollte der Stadtrat so beschließen, dann würde ich das auf eine ganz andere Schiene legen“, sagte von Danwitz. Er zog den Vergleich mit der Sendung „Höhle der Löwen“: „Da heißt es ja auch: ‚Dann ich bin raus‘.“

Er stört sich daran, dass die Vorgaben nur eine Grundstücksauslastung zulassen würden, die im Vergleich zu umliegenden Bauten ungerecht sei. „Mit den 55 Metern kann ich nicht zufrieden sein“, sagte von Danwitz.

Nach seinen Berechnungen käme er bei dem 3300 Quadratmeter großen Baugebiet auf eine Grundflächenzahl – diese gibt an, wie groß der Anteil eines Areals ist, der bebaut werden darf – von 0,2 (das sind 20 Prozent der Fläche). Bei anderen Grundstücken in der Nähe liege diese bei 0,4 bis sogar 0,7.

Zur Beschlussvorschlag im Stadtrates sagte der Architekt, dass er nicht wisse, ob Bürgermeister Nikolay das wirklich noch ernst meine. Von Danwitz: „Ich habe das Grundstück, aber ich will keinen Stress mehr, dann lasse ich das andere weitermachen.“

Architekt Konrad von Danwitz plant einen Neubau am Simmerbach
Foto: Architekt von Danwitz Die Pläne des Architekten von Danwitz sehen einen etwa 75 Meter breiten Baukörper vor
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