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Verbandsgemeinde Kastellaun

Anträge auf rund 80 Hektar Photovoltaikanlagen

„Wir schauen zwar viel drauf, aber bei der Windkraft sind wir nicht zum Zug gekommen, jetzt wollen wir den finanziellen Vorteil nutzen.“

Hans Jürgen Härter, Bürgermeister von Michelbach

Die Verbandsgemeinde Kastellaun will mit ihrem Flächennutzungsplan neue Freiflächen-Photovoltaikanlagen ermöglichen. Verschiedene Gemeinden haben schon Begehrlichkeiten angemeldet – insgesamt über fast 80 Hektar.


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Bürgermeister Christian Keimer verpasste aber schon in der Vorlage zum Hauptausschuss diesen Wünschen einen Dämpfer: Wenn die angemeldeten Flächen im regionalen Raumordnungsplan als Vorrangflächen Landwirtschaft ausgewiesen seien, dann sei das „ein dickes Brett, um von dieser Kategorie wegzukommen“.

Nötig sei Antrag auf Abweichen von den Zielen der Landesplanung, dem immer die Landwirtschaftskammer zustimmen müsse. „Nach unserem Kenntnisstand gestaltet sich die Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer derzeit schwierig. Man ist nicht bereit, Vorrangflächen für die Landwirtschaft zugunsten von Flächen für Photovoltaik aufzugeben“, berichtet Keimer. 

Die beantragten Flächen in Korweiler (9 ha), Braunshorn (22,4 ha im Ortsteil Braunshorn), Hasselbach (3,5 ha) und eine der beiden Flächen in Michelbach (9,9 ha) liegen ganz oder teilweise im Bereich solcher Vorrangflächen.

Bei rund 2000 Euro Pacht pro Hektar und Jahr werden sich einige Gemeinden aber sicher entschließen, das dicke Brett Zielabweichung zu bohren,

Michelbachs Ortsbürgermeister Härter: „Wir sind insgesamt runter auf neun Hektar mit 2,2 Hektar Vorrangfläche, um die Zielabweichung durchzubekommen.“ Er sagte aber auch, dass man sich bezüglich der Einstufung als landwirtschaftliche Vorrangfläche einmal anschauen müsse, was das für Flächen seien. Teilweise gehe es um extreme Hanglagen.

Klaus-Peter Müssig (SPD) riet aber allen interessierten Gemeinden, in seiner Heimatgemeinde Gödenroth einmal die Solaranlage zu besuchen: „Man sieht da nichts, aber man hört das Brummen.“

Von den Ausschussmitgliedern wurde schließlich favorisiert, dass nur die Flächen mit in den neuen Flächennutzungsplan aufgenommen werden sollten, die auch Aussicht auf Erfolg versprechen. Voraussichtlich am 23. Februar wird der Verbandsgemeinderat darüber entscheiden.

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