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Blitz-Atlas 2020 für den Kreis

774 Blitze: Hunsrück News zeigt jeden einzelnen

Blitz
Foto: Nestea06 Eine kraftvolle Demonstration der Macht der Natur

Blitze sind faszinierendes Naturschauspiel und pure Lebensgefahr in einem: Zusammen mit den Vorentladungen dauert ein Blitzschlag nur etwa eine Hundertstelsekunde, aber die Stromstärke von rund 30 Kiloampere führt zum sofortigen Herzstillstand.

Vom Blitz getroffen zu werden, passiert einem in etwa so oft wie ein Sechser im Lotto, sagt der Volksmund. In Wahrheit ist der Jackpot 75 Mal wahrscheinlicher. Aber es gibt gravierende regionale Unterschiede: In der Stadt Wolfsburg blitzte es 2020 über siebenmal häufiger als im Rhein-Hunsrück-Kreis. 774 Blitze schlugen hier im vergangenen Jahr ein. Hunsrück News zeigt jeden einzelnen.

Seit 1991 analysiert Siemens mit seinem Blitz-Informationsdienst (BLIDS) die Entladungen und sendet umgehend Warnhinweise an die Gewitteralarm-Kunden – zum Schutz von Mensch, Tier, Technik und Infrastruktur. Jedes Jahr wird zudem ein Blitz-Atlas erstellt – den Titel als Blitzhauptstadt Deutschlands hat sich diesmal die niedersächsische Stadt Wolfsburg geholt. 5,8 Blitze pro Quadratmeter schlugen hier im Durchschnitt ein.

Der Rhein-Hunsrück-Kreis kam nur auf 774 Blitze bei einer Fläche von 962 Quadratkilometern – also auf eine Quote von 0,8 und damit auf einen vermeintlich sicheren 188 Platz in Liste. Deutschlandweit war der 13. Juni mit 89 000 Einschlägen der blitzreichste Tag, im Kreis blieb hingegen alles ruhig. Erst vier Tage später krachte es auch hier am meisten: 144 Einschläge in nur 24 Stunden.

„Bemerkenswert beim Blitzgeschehen 2020 war, dass die Gewitterfronten vor allem in Nord- und Süddeutschland stattfanden und die Mitte Deutschlands geradezu ausklammerten“, sagt Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes. „Dass die Spitzenreiter zunehmend im Norden zu finden sind, ist eine Entwicklung, die wir erst in den letzten Jahren beobachten.“

Im Durchschnitt sterben vier Menschen pro Jahr durch einen Blitz, 110 werden verletzt, meldet der Verband der Elektrotechnik. Der Unterschied zwischen der Chance auf einen Lottogewinn und der Gefahr eines tödlichen Blitzeinschlags liege bei jedem selbst: Wer die Vorsichtsmaßnahmen bei Gewitter einhalte, reduziere die Wahrscheinlichkeit eines Direktschlags extrem – beim Lotto hingegen seien die Chancen für alle gleich.

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