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Ab dem 15. März

1200 Dosen pro Tag: Kreis gibt Vollgas beim Impfen

Impfzentrum in Simmern einsatzbereit
Foto: Dirk Eikhorst An sieben Tagen in der Woche soll im Zweischichtbetrieb geimpft werden

Lange Zeit wurde das Landesimpfzentrum in Simmern mit angezogener Handbremse betrieben – es fehlte einfach genügend Impfstoff, um die Kapazitäten auszulasten. Ab dem 15. März soll sich das ändern. 1200 Impfdosen sollen dann pro Tag verabreicht werden.

Landrat Marlon Bröhr berichtete in der Kreistagssitzung, dass er vom Landesimpfkoordinator Dr. Alexander Wilhelm gebeten worden sei, das Landesimpfzentrum so mit Personal zu bestücken, dass es ab dem 15.3. „unter Volllast“ laufen kann.


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Aktuell seien im Rhein-Hunsrück-Kreis 7877 Impfungen verabreicht worden. 5033 Menschen hätten die erste Impfung erhalten und davon 2844 auch bereits die zweite. Damit kann der Kreis bei 103 163 Einwohnern eine Impfquote von 2,76 Prozent vorweisen.

Jetzt also Vollgas: Nachdem in den ersten Wochen nur rund 100 bis 200 Impfungen pro Woche durchgeführt worden seien, liege das Impfzentrum derzeit bei 300 Dosen pro Tag, erklärte Bröhr. Dieser Wert soll ab dem 15. März auf 1200 Dosen pro Tag vervierfacht werden.

Zumindest ist das Impfzentrum dann auf diese Menge vorbereitet: „Wir können dann an sieben Tagen die Woche im Zweischichtbetrieb impfen“, erklärte Doris Becker, die Pressesprecherin des Landkreises, gegenüber Hunsrück News. Welche Mengen an Impfstoff tatsächlich geliefert würden, könne sie aber nicht sagen.

Marlon Bröhr erklärte: „Wir werden erheblich größere Mengen an Impfstoff haben, sodass wir viel mehr Menschen, die sehnlichst auf einen Termin warten, die begehrte Impfung werden geben können.“

Das liege darin begründet, dass nicht mehr nur der Biontech-Impfstoff und eingeschränkt der AstraZeneca-Impfstoff zur Verfügung stünden. Einerseits habe die Ständige Impfkommission entschieden, dass AstraZeneca auch an Menschen über 65 Jahre verimpft werden dürfe, andererseits werde man Zugriff auf den Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson haben.

Der Mediziner Dr. Alfred Brummer, der für die FDP im Kreistag sitzt, brach eine Lanze für AstraZeneca: „Der Impfstoff wirkt zu etwa 62,5 Prozent gegen die Infektion. Aber von 12 500 Personen in der Zulassungsstudie ist kein einziger ins Krankenhaus gekommen und kein einziger gestorben.“

Im Klartext: „Der Impfstoff wirkt in Anführungszeichen nur zu 60 bis 70 Prozent gegen die Krankheit, aber zu 100 Prozent gegen schwere Erkrankungen und Tod.“

Landrat Bröhr erklärte zudem noch, dass er fest damit rechne, dass es sehr schnell Öffnungen für alle anderen Prioritätsgruppen geben werde, wenn jetzt genügend Impfstoff verfügbar sei.

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